Der Ort Heiligendamm, welcher auch als "weiße Stadt am Meer" bezeichnet wird, ist ein Stadtteil der Stadt Bad Doberan, welche sich in Mecklenburg-Vorpommern an der Ostseeküste befindet und als ältester Seebadeort Deutschlands bekannt ist. Heiligendamm wurde 1793 zum Seebad ausgebaut, wofür der Großherzog von Mecklenburg Friedrich Franz I. verantwortlich war. Dem Adel und Großbürgertum diente der Ort nicht nur als Urlaubsort; ebenso nutzten sie das hervorragende Klima (feuchte Luft, geringe Temperaturschwankungen) und die heilsame Wirkung des Seewassers, ließen Kur-, Bade- und Logierhäuser bauen und machten das Seebad Heiligendamm zu einem immer beliebter werdenden Ort.
Sehr bekannt ist die denkmalgeschützte Bäderbahn "Molli", welche zwischen Heiligendamm, Bad Doberan und Kühlungsborn verkehrt. Sie existiert seit 1886 und wurde damals noch als "Doberan-Heiligendammer-Eisenbahn" bezeichnet und 1890 vom Großherzogtum Mecklenburg-Schwerins übernommen und in "Großherzoglich Mecklenburgische Friedrich-Franz-Eisenbahn" umbenannt. Die Strecke der Schmalspurbahn "Molli" ist 15,4 Kilometer lang, führt an Buchenwäldern und Alleen entlang und dauert circa 40 Minuten. Ein Haltestation der Bäderbahn ist die Steilküste. Von dort aus hat man Zugang zum Strand, der 300 Meter entfernt liegt, zum Campingplatz und zum kilometerlangen Ostseeküstenwanderweg, welcher durch den Buchenwald am Ostseestrand Heiligendamm führt. Nicht nur Wiesen und Felder sowie die Steilküste, sondern auch jahrhundertealte Alleen, der Spiegelsee und der Gespensterwald können auf dem Weg entdeckt werden. In der Umgebung befinden sich zahlreiche Burgen und Schlösser mit zugehörigen Gärten sowie das Moorheilbad Bad Doberan. Darüber hinaus befindet sich genau zwischen Heiligendamm und Bad Doberan die Ostseerennbahn, welche die erste Pferderennbahn Deutschlands ist. Jedes Jahr im Juli finden dort Galopprennen statt.
Heiligendamm gehört zur Gemeinde Bad Doberan - auch die Stadt selbst, welche etwa 15 Kilometer von Heiligendamm entfernt ist, hat viele Sehenswürdigkeiten zu bieten. Das Stadt- und Bädermuseum befindet sich in einem Haus, welches zwischen 1886 und 1888 von Gotthilf Ludwig Möckel im neogotischen Stil erbaut wurde und seinen Besuchern Einblicke in die Geschichte der Entwicklung des Seebades Heiligendamm gewährt. Diese Dauerausstellung zeigt nicht nur Grafiken des Verlaufes der Entwicklung des Badeortes, sondern auch wie sich die Bademode bis heute entwickelt hat. Darüber hinaus gibt es einen Bereich, in welchem die Geschichte des Zisterzienserklosters dargestellt wird. Auch die Multimediasäule im Stadt- und Bädermuseum bietet viele Informationen. Das Ehm-Welk-Haus befindet sich am Rande der Stadt Bad Doberan in Mecklenburg-Vorpommern und war das Zuhause des gleichnamigen Schriftstellers, Journalisten und Professoren, welcher durch sein Werk "Die Heiden von Kummerow" bekannt wurde. Seit Ende des Jahres 1979 dient das Haus der Öffentlichkeit als kulturelle Begegnungsstätte, in der es eine Ausstellung über Ehm Welks Leben und Werk gibt und Einblicke in dessen Arbeitszimmer und Garten gewährt. Ebenso können Besucher zahlreiche Lesungen, Veranstalungen, Chanson- und Theaterabende sowie Konzerte besuchen.
Eine relativ bekannte Sehenswürdigkeit Bad Doberans ist das Kloster mit dem Doberaner Münster, welches am 1. März 1171 zum ersten Mal von Mönchen bezogen wurde und das ehemalige Zisterzienserkloster in Bad Doberan ist. Das Kloster entwickelte sich zu einem sowohl geistlichen und politischen als auch wirtschaflichen Zentrum des Mecklenburger Landes. Die relativ große Anlage des Klosters besteht nicht nur aus der Kapelle, welche aus dem 15. Jahrhundert stammt, und der im gotischen Stil erbauten Klosterscheune in Althof, sondern auch aus dem Wirtschaftsgebäude mit Wassermühle, dem Kornhaus, dem Mühlentor und dem Beinhaus.
Ein weiteres Ausflugsziel in Bad Doberan ist die englische Parkanlage Kamp, zu der das Kurhaus, das Salongebäude sowie das Große Palais von 1806 gehören. Außerdem zieren das kleine Palais, das Haus "Gottesfrieden" und die chinesischen Pavillions den Kamp.
